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Jahresrückblick 2015

 

Kerngemeinde: Ab diesem Jahrgang unterrichtet Diakon Kay Hempel unsere Konfirmanden nach einem gemeinsamen Konzept unserer Region; am 25. Oktober feierten goldene, diamantene, eiserne und Gnadenkonfirmandinnen ihr Konfirmationsjubiläum. Die Frauen unserer Gemeinde kamen besonders zum Weltgebetstag in unseren Räumen (6. 3.), zum Frauensonntag (7.6.) und zum Frauenfrühstück hier mit Krankenhausseelsorgerin i.R. Dorothea Warnecke (10.10.) zusammen. Neben unseren auch von Pastor Peter Breuer und unserem Lektorenkreis gestalteten und gut besuchten Gottesdiensten, einmal im Monat jetzt in offenerer Form, erfreuen sich auch die monatlichen (abgesehen von der Sommerpause) Taize-Andachten eines guten Zuspruchs. Unter den vielen Gemeindegruppen haben sich im vergangenen Jahr neu etabliert die Malgruppe mit Lissi Jacobsen, die Meditationsgruppe mit Birgit Hoffmann und die Spur8- Gesprächsgruppe. Neue Impulse vermittelten uns das Gabenseminar mit der Frage: was liegt mir, was kann ich? mit zwei Terminen im Januar/Februar und die Geistlichen Impulse mit Pastorin Maike Selmayr im November, die uns in Sachen Bibelauslegung, Gottesbilder und Beten mit Psalmen begeisterte. Die Seniorinnen unternahmen zusätzlich zu den monatlichen Angeboten (Ina, Helmut Heiland) Ausflüge zusammen mit den Leher Gemeinden nach Kramelheide (28.5.) und nach Otterndorf mit einer schönen Schiffahrt (17.9.). Bei der Kirchenmusik fehlte unsere erkrankte Kantorin Silke Matscheizik; mit Olga Bilenko als Chorleiterin und anderen haben Kirchen- und auch Posaunenchor tapfer weiter gemacht. Am 30. Juni feierten wir in unserer Kreuzkirche Gemeindefest. Traurig mussten wir Abschied nehmen (13.7.) von unserer langjährigen (1985-2008) Küsterin Barbara Himme, die im Alter von 65 Jahren starb. Dankbar denken wir an sie.

 

Gemeinde im Dialog: Dafür stehen schon bewährte Formate wie das Männerfrühstück: hier beschäftigten wir uns mit „Heilkunst und Medizinbetrieb“ (7.2.), „Burnout und Sorge für das eigene Herz“ (9.5.) und „Herausforderungen bei der Pflege alter Menschen“ (7.11.). In der Erwachsenenbildung am Nachmittag ging es um „religiösen Wahn und Glaube“ (22.1.), „Esoterik“ (26.2.) und „Christenverfolgungen“ (22.10.) In der „Heimat“-Reihe am Jahresanfang bedachten wir „Heimat“ mit Flüchtlingen (23.1.), Vertriebenen aus den deutschen Ostgebieten (5.2.) und Vertretern von Buddhismus, Islam, katholischem und Pfingstchristentum (5.3.). Gottesdienste mit Partnern von außerhalb („Gott in (der) Mitte“) feierten wir am 25.1. mit dem Stadttheater zu „Nathan dem Weisen“ und damit dem Thema „Toleranz und Wahrheit des Glaubens“ sowie am 18.10. im Altenheim Amarita zu „Befiehl du deine Wege“.

Gemeinde mit Migranten:  Flüchtlinge aus dem Nahen und Mittleren Osten sind in diesem Jahr verstärkt auch nach Bremerhaven gekommen; andere Migranten leben schon hier. Den meisten von ihnen ist Glaube und Religion sehr wichtig. Gut, wenn sie bei uns erleben, dass Menschen unterschiedlicher Religionen in Frieden miteinander leben und reden können. Das haben wir bei „Glaubensgesprächen mit Flüchtlingen und Deutschen“ (14. u. 28.4.) getan, auch haben wir das schwierige Verhältnis von „Politik und Religion im Nahen und Mittleren Osten“ mit den davon unmittelbar betroffenen Flüchtlingen und Einheimischen diskutiert. Den syrisch-orthodoxen Erzbischof Julius Aydin Hanna haben wir mit Abendgebet und Vortrag und politischer und kirchlicher Prominenz in die Kreuzkirche eingeladen (10.7.), darüber wurde auf der Titelseite der „Evangelischen Zeitung“ berichtet. Einen „internationalen Abendgottesdienst“ (19.7.) haben wir mit Pfingstpastorin Kim und dem katholischen Pfarrer Thomas aus Indien gefeiert, es war unser bisher bestbesuchtester Gottesdienst in diesem Jahr. Evangelische und orthodoxe Christen aus Syrien, Iran, Ägypten, Kamerun, Ghana, Finnland und Deutschland treffen sich in unserem „Internationalen Bibelkreis“.

 

Gemeinde für Arme, Gemeinde für Flüchtlinge: schon immer war und ist unsere Gemeinde für arme Deutsche da; oft stehen sie vor meiner Tür. Im Familienzentrum stärken wir Kinder mit diesem Hintergrund; Leiterin Jessica Bornemann macht hier viel. Auch in unserem Kindergarten unter der bewährten Leitung von Brigitte Steinlein kommen viele Kinder aus ärmeren Familien. Seit 1 1/2 Jahren sind wir nun diakonisch verstärkt für Flüchtlinge aus dem Nahen und Mittleren Osten da, wollen ihnen helfen und ihre Integration bei uns fördern nach dem Wort Jesu: „Ich bin ein Fremder gewesen und ihr habt mich aufgenommen.“ (Matthäus 25, 35c) Durch das Engagement von über 80 Patinnen und Paten, koordiniert durch Kerstin Grade-Polischuk, ist dabei vieles möglich geworden: eine vielfältige Beratung, auch in Sachen Arbeit, Hilfe für Flüchtlinge, z.B. bei Möbeltransporten, Familienpatenschaften, tägliche Deutschkurse auch mit Kinderbetreuung (koordiniert von Brigitte Voßhans), eine Fahrradwerkstatt, die schon über 200 Fahrräder an Flüchtlinge ausgegeben hat, viele wöchentliche und monatliche Begegnungen und Fortbildungen für Flüchtlinge und Paten, kulturelle und sportliche Angebote. Unser „Netzwerk für Flüchtlinge“ findet vielfältige öffentliche Aufmerksamkeit und Anerkennung, so den Stiftungspreis der Industrie- und Handelskammer (14.10.). Ich bitte die Kerngemeinde um Verständnis dafür, dass das „Netzwerk für Flüchtlinge“, das die große Herausforderung unserer Zeit von der Kirche aus aufgreift, Zeit, Kraft und Raum von vielen und auch von mir fordert. Dennoch bin ich weiterhin genauso für alle Bereiche unserer Kreuzkirche da.

 

Vieles habe ich nicht erwähnt. Unser Kirchenvorstand kümmert sich um vieles, bleibt dran am Thema „Umbau“ (hier federführend: Thorsten Büsker) und geht hier auf eine Lösung zu. Küsterin Roswitha Strechel und Gemeindesekretärin Ilona Greulich gestalten vieles im Hintergrund wie auch Manfred Meier für unsere Außenanlagen; viele ehrenamtliche MitarbeiterInnen ermöglichen häufig eher im Stillen (Besuchsdienst!), dass Glaube, Liebe und Hoffnung von der Kreuzkirche ausgehen und in ihr gestärkt werden.

 

Pastor Götz Weber